Wie habe ich mich in der Woche vor dem Wettkampf gefreut. Die Wettervorhersage für den Rennsonntag prophezeite knapp 20° C, bedeckten Himmel und den ein oder anderen Regenschauer. Mein Wetter sollte es werden! Doch manchmal kommt es anders und meistens als man denkt.
Als wir am frühen Sonntagmorgen im Auto Richtung Waldsee fuhren zeigte das Thermometer nur kühle 11° C für einen Julitag nicht gerade löblich. Wenigstens war es trocken und am Himmel zeigten sich einige Wolkenlücken. Die letzten Vorbereitungen in der Wechselzone und auch das Aufwärmen verliefen ohne besondere Vorkomnisse und um 6.30 Uhr machte ich mich auf den Weg hinunter zum Schwimmstart. Das Wassser war mit ca. 21° C angenehm warm und um eine gute Schwimmleistung zu erzielen begab ich mich an der Startlinie in die Nähe von Faris und Horst Reichel. Während ich noch auf den Startschuss wartete schwamm auf einmal die ganze Meute um mich herum los und ich versuchte so schnell wie möglich hinter her zu schwimmen. Leider verlor ich im obligatorischen Hauen und Stechen schnell den Anschluss an die schnellsten Schwimmer. Ich versuchte alleine den Anschluss nach vorne herzustellen, mußte jedoch feststellen, dass es kein hernakommen mehr gab. Zwar sammelte ich nach dem Landgang noch ein paar Athleten ein, die Spitzengruppe aber war schon um gut zwei Minuten enteilt. Also schnell rauf aufs LOOK 596 und raus auf die 180 km der Radstrecke. Ich fühlte mich gut und fuhr hinter Georg Potrebitsch und dem Belgier Jammaer in Richtung Frankfurt. In der Stadt gesellten sich dann von hinten noch weitere sieben Mann dazu und wir fuhren in einer zehnköpfigen Gruppe in Richtung Norden. War es anfangs noch trocken, begann es nun leicht zu nieseln und die Temperaturen kratzten weiterhin gerade den zweistelligen Bereich. An der Spitze zog Faris seine einsamen Kreise und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Auf dem Rückweg der ersten Runde wurde der Regen ab Bad Nauheim immer heftiger die Temperatur sank unter die 10° C Marke und auch der Wind blies uns von dort an mächtig ins Gesicht. Mir war saukalt und meine Zähne klapperten. Wie willkommen war da die Steigung in Bad Vilbel an der endlich wieder Wärme in Muskeln und Gelenke strömte. Von Bad Vilbel an setzte ich mich an die Spitze unserer Gruppe. Ich fühlte mich gut, wollte warm bleiben und versuchen den Abstand nach vorne zu verkürzen. Wieder ging es über die Hanauer Landstrasse nach Bergen - Enkheim und hinaus in die Wetterau. Bei der zweiten Anfahrt auf den Hühnerberg wurde ich dann von Luke Mcckenzie an der Spitze der Gruppe abgelöst. Er attackierte am Anstieg und ich wollte mitgehen um vielleicht doch noch die Gruppe zu sprengen. Leider war ich dazu aber nicht in der Lage und so verabschiedete sich Luke nach vorne und ich realisierte, dass mein Körper schon zu diesem frühen Zeitpunkt recht angeschlagen war. Etwas später suchte dann auch Georg Potrebitsch sein heil in der Flucht und der Rest unserer Gruppe kämpfte sich gemeinsam zurück in die Wechselzone zwei. Schon ein paar Mal hatte ich während des Radfahrens mit dem Gedanken gespielt das Rennen vorzeitig zu beenden. Nun im Wechselzelt sitzend wollte ich doch erstmal loslaufen und schauen, ob es nicht wieder aufwärts gehen würde. Ich torkelte los und versuchte Energie zu zu führen, um den Motor wieder zum laufen zu bringen. Leider ohne Erfolg. Ich kam nicht mehr wirklich in Schwung. Mein Ziel war nun das Rennen irgendwie hinter der Ziellinie zu beenden. Auch hatte ich die Hoffnung, dass es vielleicht gerade noch so für Platz zehn reicht und so kämpfte ich mich mit all den anderen Leidensgenossen durch die vier Runden entlang des Mains um dann nach 8:46 h auf Platz 14 auf dem Römerberg einzulaufen. Natürlich bin ich von meiner Leistung enttäuscht. Seit 2000 habe ich jeden Ironmanqualifier in den Top Ten gefinisht und auch hier in Frankfurt wollte ich bei meiner neunten Teilnahme diese Serie nicht abreissen lassen. Trotzdem bin ich Stolz das Rennen beendet und wie alle anderen Finisher gegen die widrigen Bedingungen und den inneren Schweinehund gesiegt zu haben.
Last but not least - vielen Dank an alle meine Freunde, Fans und Sponsoren die mir am Wochenende die Daumen gedrückt oder mich gar an der Strecke angefeuert haben.